Nachlese – Sommer-Dinner in der Green Cookery Lounge®

Am vergangenen Freitag war es, nach einer Weile Pause, wieder einmal soweit und ich konnte für eine total nette Schar von kulinarischen Genießerinnen, die jetzt schon zum dritten Mal die Green Cookery Lounge® gebucht haben, kochen. 

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Ich hatte sie darum gebeten, warmes und trockenes Wetter mitzubringen, damit wir draußen auf der Terrasse auftischen können. Das hat ganz gut geklappt, zumal wir dann, als es Dunkel wurde, ein Feuerchen angemacht haben … SAMSUNG CSC
Trocken ist es fast ganz bis zum Schluss geblieben, aber auch, als es dann zu regnen anfing, hat das der lustigen Truppe nicht die Laune verdorben und die Markise hat auch dicht gehalten, sodass wir bis spät in die Nacht den schönen Sommerabend genießen konnten.

Kulinarisch habe ich mich von einer meiner Lieblingsküchen inspirieren lassen, der einfachen und rustikalen Südtiroler Küche, die mit herrlichen vegetarischen Gerichten aufwarten kann.

SAMSUNG CSCAls ich kürzlich in Südtirol unterwegs war, bin ich durch Zufall auf ein ganz wunderbares Buch gestoßen – Schneemilch und Pressknödel –, in dem 9 Südtiroler Bäuerinnen einen Einblick in ‚Ihre‘ Küche und Rezepte geben und ihre ganz persönlichen Geschichten erzählen zu den Schätzen aus der Region und wie sie diese zu verlockenden Speisen verarbeiten.

Ein paar Anregungen daraus habe ich aufgegriffen und in das Menü einfließen lassen. IMG_4910

Was es dann gegeben hat seht Ihr ganz unten …

Es hat wie immer großen Spaß gemacht, für liebe Gäste zu kochen!

Am meisten gefreut hat es mich, dass offensichtlich alle Spaß hatten, es wurde viel gelacht und geredet. Und wenn es dann doch mal still wurde, dann nur, weil Ihr das, was ich Euch mit Herzblut gekocht habe, genossen habt.

Es wurde alles aufgegessen und auch der eine oder andere Nachschlag gerne genommen – was könnte es für ein schöneres Kompliment für eine Köchin geben!

Danke für einen sehr schönen Abend & dass Ihr Gäste in der Green Cookery Lounge® I simply smart dining gewesen seid!

 

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Aperitif &Amuse Gueule

Sekt oder Holunderblüten-Schorle
mit Ziegenblauschimmel-Käse gratinierte Aprikos
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Einstimmung
Apfel-Zwiebel Butter & Erdäpfelkas
dazu selbstgemachtes Kastenweißbrot & Mini Dinkelbrötchen

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Zwischengang
Buschbohnen, Zwiebel, Knoblauch & Tomaten mit Mediterranen Kräutern im Ofenrohr geschmort

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Hauptgang
Offene Brot-Lasagne mit gebratenen Pilzen & Birnen mit Parmesanschaum

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Last but not Least
In Mohnbutter geschwenkte Quarknochen mit mit frisch zubereiteter Eiscreme aus selbstgepflückten Wilden Brombeeren

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Espresso mit kleinem Gebäck
Digestive
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Green Cookery Lounge® I simply smart dining

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Schönes aus der Biotonne – Upcycling von Kaffeesatz

Gastbeitrag von Carmen Zirngibl I My Cookery Log® 

Upcycling von organischem Abfall wie Kaffeesatz zu nachhaltigen und ästhetischen Werkstücken – Schönes aus der Biotonne  – kann das gehen?
Ja, es geht und Kaffeesatz ist genau das Richtige Material  dafür.

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Gerade in letzter Zeit hört man insbesondere im Zusammenhang mit nachhaltigem Lebensstil das Stichwort Upcycling, aber was genau versteht man eigentlich darunter?

Das Wort Upcycling wurde vor etwas mehr als 20 Jahren erstmals von Reiner Pilz 1) in einem Artikel der Zeitschrift ‚Salvo‘ genannt und leitet sich vom englischen Up für hoch und Recycling für Wiederverwerten her.
Upcycling ist im Grunde genommen die logische Weiterentwicklung von Recycling:
SAMSUNG CSCAbfallprodukte/-stoffe, die zum Beispiel bei bestimmten Herstellungsprozessen anfallen, die gebraucht oder verbraucht sind, Stoffe, die weggeworfen würden, da man nichts mehr mit ihnen anfangen kann, werden beim Re– wie auch beim Upcycling noch einmal einer Verwendung zugeführt.
Das Besondere jedoch beim Upcycling ist, dass es nicht nur um das Wiederverwerten von Zwischenprodukten und Abfällen geht, sondern darum, diese Stoffe so umzuwandeln, dass ein neues, hochwertige(re)s Produkt daraus entsteht. Im Gegensatz dazu steht der Prozess des Re- bzw. des Downcyclings, bei dem bestenfalls gleiche – Recycling, meist aber minderwertigere Produkte – Downcycling im Zuge der Wiederverwertung entstehen. Genau das was Reiner Pilz seinerzeit bereits in dem Salvo-Artikel angeprangert hat.
War Recycling Gegenstand der Bemühungen zur Schaffung eines ‚guten Gefühls‘ beim Konsum in der Überflussgesellschaft der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, so ist Upcycling – die Schaffung von Werten aus Trash und damit Müllvermeidung, mithin verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen – das, was diesbezüglich die Motivation unserer Zeit ausmacht.

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Der Grundgedanke, der hinter Upcycling steht:

man reduziert zum einen die Abfallmengen und zum anderen die Menge an Ausgangsmaterialien, seien es nun anorganische oder organische Stoffe, und agiert damit in jeder Hinsicht ressourcenschonend und nachhaltig. Christoff Wiethoff2) bezeichnet Upcycling gar als das neue BAUHAUS, denn nach ihm geht es beim Upcycling auch um die Schaffung neuer, umweltfreundlicher, ästhetischer Gebrauchsgegenstände – Ideen, die auch das BAUHAUS reflektiert.SAMSUNG CSC

Durch die Bevölkerung in Ländern, in denen nicht der Überfluss, sondern der Mangel vorherrschend ist, wurde schon von jeher Upcycling praktiziert; das stand daher eher für – aus westlicher Sicht betrachtet – Mangelverwaltung. Erst in unserer Zeit, in der Klimawandel, Ressourcenknappheit, zu hoher Energieverbrauch etc. mehr und mehr in unser Bewusstsein rücken, wir aus unserem Planeten mehr herausholen als dieser in der Lage ist zu regenerieren, erst jetzt werden Themen wie Nachhaltigkeit, verantwortungsbewusster Umgang mit Ressourcen und Engagement zu integralen Bestandteilen der Lebenseinstellung und -handlung auch breiterer Gesellschaftsschichten westlicher Zivilisationen.
Konsum wird zunehmend in einem neuen ökologischen und ethischen Kontext betrachtet und gelebt und genau hier spielt das Thema Upcycling für Verbraucher und Verbraucherinnen eine immer vordringlichere Rolle.

Upcycling von Nahrungsmitteln – Große Küche dank Resteverwertung

Alles begann, als ich mich in einem Artikel 3) für eine Kolumne für ‚Taste of Heimat‘ mit dem Wegwerfen von Nahrungsmitteln auseinandersetzte. Es wurde mir ganz schnell klar, dass sich nicht nur gebrauchtes Plastik, Klamotten oder Papier zu neuen Produkten veredeln lassen, sondern sich auch schrumpeliges oder überreifes Obst und Gemüse, Übriggebliebenes vom Vortag, Brotreste und alte Semmeln, gekochte Kartoffeln oder nicht mehr ganz so toll aussehende Käse-Reste zu feinsten Köstlichkeiten upcyceln lassen.

SAMSUNG CSCIch beschreibe, wie man das Wegwerfen von Lebensmitteln, zum Beispiel von altem Brot, durch phantasievolle Rezepte vermeiden kann, und nicht nur das: die dem Wegwerfen geweihten Nahrungsmittel werden vielmehr veredelt zu kulinarischen Leckerbissen.
Ich habe seinerzeit diese Aufwertung und Veredelung von alten und übrigen Lebensmitteln in Anlehnung an Reiner Pilz als Upcycling bezeichnet. Denn es werden Wegwerf-Nahrungsmittel ohne viel Aufwand, dafür aber mit Kreativität und Fantasie eben nicht nur verwertet (Recycling), sondern zu tollen und leckeren Gerichten verfeinert (Upcycling) und es entsteht aus alt oder zuviel eben neu, frisch und appetitlich.

Upcycling von alten Leinentischdecken und anderen Stoffresten

SAMSUNG CSC Zwischendurch hatte ich den MCL I Shop eingerichtet und war auf der Suche nach Produkten dafür.
Beiwerk für einen schön gedeckten Tisch oder Handwerkszeug, das man zum Kochen immer gut gebrauchen kann und am besten durch Upcyling hergestellt, so sollten meine Produkte beschaffen sein.
So kam recht schnell die Idee zur Nutzung von – in meinem Haushalt reichlich vorhandenen – Stoffresten zur Aufwertung auf. Weil Brot sich in Leinen besonders wohl fühlt, begann ich aus geerbten und schon ziemlich betagten Leinentischdecken und Stoffresten Brotsäckchen zu nähen. Gerade das mit den geerbten Tischdecken finde ich eine schöne Idee, weil nicht nur jedes Säckchen ein Unikat ist, sondern weil die Tischdecken zum Teil schon fast 100 Jahre alt sind und jede einzelne eine Geschichte hat. Auf manchen der genähten Säckchen befindet sich sogar das Monogramm der ersten Besitzerin der Tischdecke – das sind meine ganz besonderen Lieblingsstücke.
Aus anderen Stoffresten, die ich immer aufgehoben oder geschenkt bekommen habe, nähe ich außer Brotsäckchen übrigens auch Topflappen, Schürzen, Tischsets, Servietten und andere schöne und nützliche Dinge für Tisch und Küche.

Upcycling von organischem Abfall – statt Downcycling

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Ein ganz anderer Gedanke zum Thema Upcycling kam mir vor nicht langer Zeit, nämlich aus organischen Küchenabfällen – also wirklichem Trash – schöne Dinge, Design zu erschaffen. Denn es gibt in Zusammenhang mit Essen kochen und zu sich nehmen Abfall, bei dem man auf den ersten Blick eigentlich nur auf Entsorgen, vielleicht gerade noch mehrmaliges Verwenden kommt. Organischer Abfall, der beim Kochen entsteht, wird bestenfalls kompostiert und als Dünger verwendet. Oder nehmen wir zum Beispiel Eierkartons: Man nimmt sie allenfalls wieder mit zum Markt (wenn man sie nicht gerade zuhause vergisst), verwendet sie als Aussaat-Töpfchen oder gibt sie zum Altpapier, wo der gute Rohstoff leider unter Belastung der Umwelt und hohem Energieverbrauch nur noch downgecycelt wird.

Konzept der MCL l coffee dregs edition

Upcycling von organischem Abfall aus der Küche, Schönes aus Kaffeesatz und alten Eierkartons – kann das wirklich funktionieren?

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Wir produzieren mit unserer Espressomaschine zuhause ziemlich viel Kaffeesatz – viel zu viel jedenfalls für die Düngung unserer zwei Rosenstöcke im Garten – und dieser Kaffeesatz landete daher jahrelang größtenteils in der Biotonne. Bei der Beschäftigung mit der Frage, ob man aus dem organischen Abfallprodukt Kaffeesatz nicht etwas Schönes machen kann, kam mir irgendwann schließlich der Gedanke, daraus zusammen mit natürlichen Bindemitteln einen Teig herzustellen, der dann zu dekorativen Gegenständen modelliert werden kann. So wie meine Tochter das im Kindergarten mit Salzteig gemacht hat, nur dass halt Kaffeesatz zum Einsatz kommt.

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Zunächst habe ich mich intensiv theoretisch damit beschäftigt welche Optionen es für die erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens überhaupt gibt. Die größte Herausforderung dabei war es eine Rezeptur für ein natürliches Bindemittel zu entwickeln, das in der Lage ist den Kaffeesatz so zu binden, dass er zunächst formbar ist und anschließend eine gewisse Härte und Stabilität entwickelt. Ich fühlte mich in meine Zeit als Naturwissenschaftlerin in mein Unilabor zurückversetzt. In etlichen Versuchsreihen bin ich am Ende bei einer geeigneten Rezeptur gelandet, die dann auch die oben genannten Eierkartons, aufgelöst in Wasser, zur Verfestigung beinhaltete – das Verfahren zur Herstellung von Prototypen war gefunden und die MCL l coffee dregs edition geboren.

logo-mcl-coffee-dregs-webDesign aus organischem Abfall

Die MCL l coffee dregs edition N°1, ist meine erste Kollektion an Objekten entstanden aus Abfall aus der Biotonne. Durch Upcycling entstanden aus Kaffeesatz ganz wunderbare dekorative Schalen, Schüsseln und Bowls.SAMSUNG CSC

SAMSUNG CSCJedes der Stücke ist ein Unikat, weil das Ausgangsprodukt ein Naturprodukt ist, weil sich jeder ‚Teigansatz‘ ein bisschen anders verhält und weil sich stets unterschiedliche Farbnuancen und auch Formen ergeben, je nachdem wie die Ausgangs(abfall)stoffe beschaffen waren.
Die einzelnen Objekte sind hitzebeständig und recht stabil, aber sie haben eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit und können nur trocken abgewischt werden. Daher sind die Schalen zum Teil mit lebensmitteltauglichen Wachsen und Ölen behandelt. Dadurch erreicht man eine Intensivierung der Farbtiefe, aber auch eine gewisse Feuchtigkeitsstabilität.

Da wir mittlerweile nicht mehr genug coffee dregs selbst herbringen, bekomme ich von unserem Italiener um die Ecke jeden Abend seine ‚Ausbeute‘ an Espresso-Abfall. Außerdem werden wir von Freunden und Nachbarn mit nicht mehr benötigten Eierkartons versorgt. So kann ich stetig die Objektpalette erweitern und ‚Nachschub‘ produzieren.

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Ganz im Sinne von verantwortlichem Umgang mit Ressourcen können übrigens, wenn man doch einmal eines der Schönen Stücke nicht mehr haben möchte oder sie ‚verbraucht‘ sind, diese einfach in den Kompost gegeben und somit noch einmal einer weiteren Funktion, nämlich der des Düngers zugeführt werden. Daraus kann dann wieder etwas Wunderbares Neues erwachsen und der Kreis schließt sich erneut – ganz im Sinne der nachhaltigen Weiterentwicklung von Recycling im 21. Jahrhundert.

Objekte der MCL l coffee dregs edition N°Igibt es im
My Cookery Log® l Shop zu kaufen.logo-mcl-smart-shopping-web

 

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 Verweise

1) Kay Thornton (12. 10. 1994), ‘Salvo in Germany – Reiner Pilz’, Salvo NEWS, http://www.salvoweb.com/files/salvonews/sn99v3.pdf 

2) Christoff Wiethoff (6.3.2015), ‚Ist Upcycling das neue BAUHAUS? ’, https://www.connektar.de/kleidung-lifestyle/ist-upcycling-das-neue-bauhaus-31290

3) Carmen Zirngibl (2. Juli 2014), ‚Upcycling von Nahrungsmitteln statt Entsorgung – So wird Resteverwertung zum Hochgenuss’ http://www.tasteofheimat.de/magazin/artikel/up-cycling-von-nahrungsmitteln-statt-entsorgung

©My Cookery Log® I einfach smart kochen

 

©Carmen Zirngibl I My Cookery Log® – einfach smart kochen

Brauchen Veggis eine andere Küche?

Gastbeitrag von Carmen Zirngibl I My Cookery Log® SAMSUNG CSC

Der Versuch eines Küchenkonzepts in einer Zeit, in der immer mehr Menschen Fisch und Fleisch im Kochtopf gegen Gemüse, Früchte, Getreide, Gewürze und andere vegetarische Ingredienzien eintauschen.

Seit etlichen Jahren koche ich jetzt schon fast ausschließlich vegetarisch, aber die Frage, ob ich deshalb andere Anforderungen an meine Küche habe, diese Frage habe ich mir bis, ja, bis ich den österreichischen Designer Stefan Radinger auf der IMM in Köln kennengelernt habe, noch nicht gestellt. Stefan Radinger ist Möbeldesigner und in einem vegetarisch kochenden Haushalt aufgewachsen. Es rührt möglicherweise daher, dass er zusammen mit den Designern Mario Zeppetzauer und Stefan Degn vor einiger Zeit begann, sich intensiv mit den Anforderungen an eine Küche auseinanderzusetzen, in der ohne Fleisch und Fisch gekocht wird. Auf der Möbelmess in Köln dieses Jahr haben sie nun erstmals die Konzept-Küche ‚Vooking – The Vegetarian Kitchen vorgestellt‘.

Back CameraWenngleich ich durchaus die Funktionalität meiner Küche im Blick habe und auch genug Ideen, wie ich sie verbessern könnte, habe ich doch nie die Funktionalität einer Küche, in der viel & gerne gekocht wird, in den Kontext gesetzt des was & wie gekocht wird.

Wenn man Fleisch und Fisch in der Küche weglässt, öffnet das eine Türe zu einem ganz neuen ‚Kosmos‘, durch das ‚Weglassen‘ erweitert sich die Welt des Kochens und der Küche weit mehr, als dass sie eingeschränkt würde! Ist es vergleichsweise wenig Aufwand, ein gutes Stück Fleisch oder Fisch am Herd zuzubereiten, um es mit ein paar wenigen leckeren Beilagen zu einen tollen Hauptgang zusammenzustellen, so ist die kreative und handwerkliche Herausforderung für die vegetarische Küche, ein vergleichbares ‚opulentes‘ Mahl zu kreieren und zu kochen wesentlich größer. Zwangsläufig braucht man viel mehr Gemüse, Kräuter, Früchte, Getreideerzeugnisse, Hülsenfrüchte etc. und natürlich Gewürze, Gewürze, Gewürze!

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Hat der Herd als Mittelpunkt des Geschehens in der Vegetarischen und Veganen Küche ausgedient?

 DSC_0066Wenn nun nicht das Braten von Fleisch und Fisch im Mittelpunkt des Kochens steht, ist so dann auch nicht (mehr) der Herd Mittelpunkt des Geschehens?
Verlagert sich das Zentrum des Geschehens dann dorthin, wo geschnippelt, geknetet, ‚verpackt‘, ausgestochen, gefüllt … wird? 9-DSC_0126
Wenn sich aus dem Weglassen von Fleisch und Fisch das Hinzufügen von Ingredienzien ergibt und – damit verbunden – erweiterte Funktionalitäten hinsichtlich deren Verarbeitung und Aufbereitung notwendig werden, geht damit nicht zwangsläufig die Verlagerung des Arbeitsschwerpunktes hin zur ‚Werkbank‘ in der Küche einher?

IMG_3149Ist es nun aber tatsächlich so, dass, wer sich ohne Fleisch und Fisch ernährt, auch anders kocht bzw. ändert sich das Kochverhalten derjenigen, die zur vegetarischen, veganen oder flexitarischen Ernährungsweise gekommen sind? Und kochen Veggis zudem mehr?
Wenn die Antwort ja lautet, worauf kommt es dann ‚praktisch‘ in der Veggi-Küche an?

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Und da komme ich auf ‚The Vegetarian Concept Kitchen‘ von Radinger und Kollegen zurück, die sich genau dieser Frage angenommen haben. Die Küchenkonzept ‚Vooking‘ besteht aus mehreren eigenständigen Einheiten, die die Designer in ‚aktive‘ und ‚passive‘ Areale eingeteilt haben. Großer Wert wird neben der Funktionalität und dem Design auch auf high end Technik gelegt. So gibt es zum Beispiel eine Einheit, in der Getreide on demand gemahlen werden kann, oder – auch sehr innovativ – einen ‚Brutschrank/Gewächshaus‘, das es erlaubt, Kräuter und Salat quasi mit der Methode des vertical farmings direkt in der Küche und saisonunabhängig zu ziehen. Um es dann eben on demand zur Verfügung zu haben!A

Meine Idealvorstellung von einer auf das vegetarische Kochen ausgelegten Küche

IMG_1097Ich koche viel und gerne in meiner Küche und habe mir, nachdem ich das Vooking-Konzept gesehen habe, mal überlegt, welche Anforderungen ich an meine Küche stelle, wenn ich sie von Grund auf neu konzipieren würde – und so sähe sie aus, ‚meine Veggi-Küche‘:

Die Werkbank als Zentrale der Küche

DSC_0247Ich stelle mir als Mittelpunkt meiner – offenen – Küche tatsächlich eine große Werkbank oder einen Küchenblock vor. Diese Werkbank beinhaltet die unten näher beschriebenen Arbeitsbereiche Spüle, Schneidebretter, Arbeits- und Abstellfläche. Sie ist so ausgerichtet, dass man, wenn man wäscht, schneidet, knetet, anrührt etc., in den Raum hineinschaut und so am ‚Geschehen‘ teilhaben kann – auch wenn man kocht. Am schönsten finde ich es, wenn man sozusagen gegenüber des Arbeitsplatzes einen angeschlossenen Tresen hat, an dem es sich nett und kommunikativ sitzen lässt.

Die Spüle: Es braucht zwei Becken und die Möglichkeit, Lebensmittel, sei es gekochte Nudeln oder gewaschenes Gemüse, abtropfen zu lassen. Großartig wäre eine Vorrichtung, wo man Salat und Kräuter trocken schleudern könnte, ohne dass man dazu die Gerätschaften erst herbeischaffen muss. 1-DSC_0052

Schneidebretter: Im Anschluss an die Spüle befinden sich zwei Schneidebretter, die in die Arbeitsplatte integriert sind und zum Reinigen und zum ‚Überführen‘ des Schneideguts herausgenommen werden können. Die zwei Bretter sollten sich optisch unterscheiden – eines für Obst und das andere für Zwiebeln, Knoblauch etc., eben für Sachen, deren Gerüche in das Brett eindringen. Bei uns ist das mit den unterschiedlichen Schneidebrettern für Obst und Zwiebeln immer ein Thema. In Reichweite der Schneidebretter müssen sich logischerweise die Arbeitsmesser befinden.

DSC_0111Organischer Abfall

entsteht beim vegetarischen Kochen naturgemäß in größeren Mengen; daher wäre es aus meiner Sicht ideal, wenn zwischen den zwei Schneidebrettern ein Schacht platziert wäre – natürlich mit einem intelligenten Deckel, in den man den Abfall einfach hineinwischen könnte.

IMG_2538Arbeits- und Abstellfläche:

Ich für meinen Teil stelle fest, dass ich neben einer großen Fläche zum Schneiden auch eine wirklich großzügig konzipierte Fläche – ich nenne es ‚Nudelbrett-Areal‘ – zum Kneten, Verpacken, Ausstechen, Füllen etc. benötige, nebst einer ausreichend großen Fläche, auf der man Backbleche, Terrinen, Gratinformen, Schälchen und so weiter abstellen kann. IMG_1194-001

Und, ganz wichtig, wo man auch zu mehreren arbeiten kann, denn Kochen in Gesellschaft ist ja auch im Trend und macht einfach Spaß :-).

SAMSUNG CSCKüchenmaschine und Food Prozessor:

Meine Küchenmaschine – zwischenzeitlich habe ich schon eine Profimaschine mit mehr Leistung für schwere Teige – also die ist praktisch täglich in Gebrauch und sie muss in der Nähe der Schneidebretter und des Nudelbrett-Areals stehen, genauso wie der Food Prozessor, der in einer vorwiegend auf Gemüse ausgerichteten Küche auf keinen Fall fehlen sollte.

Geräteeinheit der Küche

Der Küchenherd: Der Herd muss für mich keinerlei Schnickschnack haben; derzeit habe ich einen Gasherd mit 4 Flammen, das reicht mir völlig. Idealerweise ist der Herd in der Nähe der Spüle – Stichwort ‚Abgießen‘ – und die Kochtöpfe, Bleche etc. befinden sich direkt und offen unter dem Herd. Am besten steht der Herd gegenüber von Spüle und Werkbank.
Dunstabzug: Auch das ist in einer offenen Küche, in der viel gekocht wird, ein absolutes Muss. Am geschicktesten finde ich es, wenn der Abzug ebenfalls in die Arbeits-/Kochplatte integriert ist, denn die Etage über dem Herd hält griffbereit die Utensilien fürs Rühren, Abschöpfen etc. bereit.
Backofen und Spülmaschine: Wenn ich an ‚meinen’ Herd außer der offenen Gasflamme keine sehr großen Anforderungen stelle, so sieht das beim Backofen ganz anders aus! Der Backofen sollte groß, idealerweise für das Backen von Brot mit Dampffunktion und einem Stein ausgestattet sein; Heißluft, Ober-/Unterhitze und Grill beherrscht er sowieso. Der Backofen ist in Augenhöhe platziert und darunter hat dann die Spülmaschine Platz.
Einen Kühlschrank mit verschiedenen Klimazonen und einem kleinen Gefrierfach braucht man; Ein Eiswürfelbereiter wäre nice to have. Nicht nur für leckere Drinks, sondern auch, um zum Beispiel ‚Kochgut‘ wie empfindliche Gemüse damit schnell abkühlen zu können.
Herd, Backofen, Spülmaschine und Kühlschrank sind im Rücken der ‚Werkbank‘ am geschicktesten aufgestellt.
Das ‚Vooking Konzept‘ hat darüber hinaus noch die Elemente zum Mahlen von Getreide und die Kräuterzucht; wenn man genug Platz hat, ist das eine tolle Ergänzung der Küche! SAMSUNG CSC
Ich backe sehr viel Brot und da frisch gemahlenes Mehl deutlich zum Backergebnis beiträgt, wäre so eine Einheit für mich auf jeden Fall sehr interessant.
IMG_1115Auch eine Salat- & Kräuterzucht, um jederzeit Zugriff auf Frisches zu haben ist ausgesprochen attraktiv, das liefert nebenbei noch Vitamine, Minderalien etc., Kriterien, die zu einer gesunden, ausgewogenen und leckeren vegetarischen Ernährung beitragen – also ein wichtiger ‚Wohlfühlfaktor‘.

Ausstattung der Küche

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Lebensmittel (Mehl, Salz, Zucker, Öle etc.) und Gerätschaften, die man stets braucht, sollten griffbereit, am besten in der ‚1. Etage‘ der Küche auf Augen- bis Schulterhöhe untergebracht und damit auch für kleine Staturen – so wie mich – gut erreichbar sein.

IMG_3947Gewürze:

Ein wesentlicher Aspekt des Küchenkonzepts von Stefan Radinger und seinen Kollegen ist, dass Gewürze in großer Anzahl griffbereit sind und trotzdem ‚verträglich‘ gelagert werden. Insbesondere wenn man vegetarisch oder vegan, aber auch wenn man experimentierfreudig kocht, ist eine große Vielzahl von Gewürzen unumgänglich. Es sollten daher mindestens 30 bis etwa 50 Behältnisse vorhanden sein, die nicht nur die ideale Lagerung berücksichtigen, sondern auch, dass nicht alle Gewürze aus Pulver oder Samen bestehen. Es braucht daher auch Gefäße, in denen z.B. Vanilleschoten aufbewahrt werden können oder Tütchen. Eine weitere Anforderung an den Gewürzbereich ist eine variable Beschriftung und Modularität bzw. Ausbaufähigkeit. DSC_0123
Mein ideales ‚Gewürzregal‘ wäre ein längliches rotierendes Rondell, das zentral in den Küchenblock eingelassen ist; das Rondell lässt sich ‚hochfahren‘, wenn man kocht und die Behältnisse auf dem Rondell rotieren manuell oder per Knopfdruck. IMG_3967So lassen sich viele Gefäße quasi in zwei Reihen anordnen und die Gewürze, die man aktuell braucht ‚fährt‘ man einfach zu sich ran. Nach dem Kochen wird das Rondell wieder in die Arbeitsplatte versenkt – so sind dann auch die Gewürze wieder lichtgeschützt.

Verschiedenes:

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber Kochbücher und mein tablet sind immer beim Kochen mit von der Partie. Meine wichtigsten und liebsten Rezepte stehen nun mal auf My Cookery Log® :-). Eine variable Halterung für Kochbücher und tablet sind deshalb auf jeden Fall unabdingbar. Auch ein Platz, wo ich Protokoll führen und meine Rezepte dokumentieren kann, wäre super.

Resümee zum Entwurf meiner ‚Veggi-Küche‘

Meine derzeitige Küche ist eine offene Küche, ohne Hängeschränke etc. mit viel platzverschwenden stand alone Elementen und damit einhergehend wenig wirklicher Arbeits- und Abstellfläche und Stauraum. Das sieht zwar toll aus, ist aber recht unpraktisch, weil wir damit ausgesprochen wenig Platz im Küchenbereich haben. DSC_0030Daher hatte ich zwischendurch schon gedacht, dass eine geschlossene Küche praktischer wäre, weil man da mehr Arbeitsfläche und Stauraum generieren kann. Das dachte ich, bevor ich das Vooking- Konzept gesehen habe!
Nachdem ich jetzt aber noch einmal gründlich über die Anforderungen an meine ‚Veggi-Küche‘ nachgedacht habe, glaube ich, dass es ein Konzept sein muss, dass das Offene mit dem Geschlossenen intelligent verbindet. Hier sind dann natürlich die Kompetenzen der Möbeldesigner gefragt. Und da komme ich noch einmal auf ‚The Vegetarian Concept Kitchen‘ zurück: Der Gedanke, dass eine Küche an das was & wie gekocht wird angepasst ist, ist großartig und bietet viel Raum, um die zumeist ja durchaus schicken und modernen ‚Einheitsküchen‘ nicht nur als repräsentative Wohnelemente zu gestalten, sondern sie an die Anforderungen des alltäglichen & praktischen – vegetarischen – Kochens anzupassen!
IMG_3956Fazit: Ja, eine Küche in der vorwiegend fleischlos gekocht wird, hat erweiterte Anforderungen an die Funktionalitäten! Der Ansatz ‚Vooking‘ weist genau in diese Richtung. Das Konzept steht aber noch am Anfang und es bietet sich noch ein weites Feld, kreative und innovative Ansätze zu denken und sie in den Alltag der Küche des 21. Jahrhunderts zu überführen.

 Wir dürfen gespannt sein!

©Carmen Zirngibl I My Cookery Log® – einfach smart kochen

Vorstellung: My Cookery Log® – das Koch Log Buch

Neu! Das »My Cookery Log® l Magazin« seit kurzem auf www.mycookerylog.wordpress.com!
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Kochen und die anschließende gemeinsame Mahlzeit ist ein kommunikativer und sozialer Akt, der uns erdet für die alltäglichen Herausforderungen, die wir alle zu bewältigen haben.
Kochen scheint jedoch oft nicht mehr in unseren heutigen Alltag integrierbar zu sein.
Dass es dennoch gelingen kann,
Kochen & Essen als gemeinschaftlichen Ruhepol und Anker einzubinden in die tägliche Routine, das möchte My Cookery Log® aufzeigen.

Worum geht es bei My Cookery Log® ?

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Green Cookery Lounge® Phoenix – Special 2014

Die Green Cookery Lounge® hat am vergangen Sonntag erstmals ihre Pforten in Phoenix, Arizona geöffnet.

2_IMG_30701_IMG_31643_IMG_3176DSC_0160IMG_31565_IMG_3182Initiiert durch Mundpropaganda fand sich eine Gruppe von amerikanischen ess- & kochbegeisterten Gästen am Fuße der Camelback Mountains ein.

Obwohl es in Phoenix tagsüber noch fast 30 Grad und Sonnenschein pur hat, ist gemüsetechnisch auch hier der Herbst voll angekommen. Also gab es ein Menü, bei dem in jedem Gang eine ‚Herbst-Zutat‘ dominierte – Rote Beete, Topinambur, Butternusskürbis & Äpfel – das komplette Menü findet Ihr am Ende des Artikels.

IMG_3160Als ‚Begleitung‘ gab’s frisches selbstgebackenes Französisches Landbrot – selbstgebackenes Brot ist übrigens ein MUST hier, denn selbst Brot aus Delikatess-Bäckereien ist zum verzweifeln…

Das Brot sah nicht nur gut aus, es schmeckte auch so. Mein ‚Poolish‘ – ein lang geführter Vorteig mit ganz wenig Hefe – und der Brotteig selbst, gingen dank der sommerlichen Temperaturen hervorragend auf.
Das Brot war dann innen auch schön luftig und außen herrlich knusprig.

Es wurde ein sehr lebhafter Abend, bei dem nicht nur gekocht & gespeist, sondern bei dem auch intensiv gefachsimpelt wurde über Küchenzubehör, Zubereitungstechniken & Ingredienzien, wobei natürlich auch der Austausch der vielfältigen länderspezifischen Besonderheiten & Highlights nicht zu kurz kam.

Ein Dank an unsere Gäste für diesen intensiven & wunderbaren Dinner-Abend!

Herzlich Eure Green Cookery Lounge® – Grüne Kochkultur & Lebensart

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Menü Green Cookery Lounge® Phoenix-Special 2014


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Aperitif
Pisco Sour

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Amuse Gueule
Barbecued Red Beets served with Goat Cheese & caramelized Walnuts
drizzled with Thyme & Rosemary perfumed Honey

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Starter
Carpaccio from Jerusalem artichokes & Chips on a salad of Sweet Greens and Red Onions
served with homemade Pain Rustique

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Main Course
Gnocchi with Butternut Squash sauce topped with homemade crushed Amarettini & Basil

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Last but not Least
Apple & Blueberry Strudel with slightly whipped Vanilla-Cream

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Espresso with Pastries
Digestive
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Green Cookery Lounge® – simply smart dining

Rezept – Rote Beete Knödel mit Wilder Fenchel–Butter auf Rote Beete-Lauch-Gemüse

Hauptgericht des diesjährigen Green Cookery Lounge Herbst-DinnersSAMSUNG CSC

Rote Beete Knödel mit Wilder Fenchel-Butter auf Rote Beete-Lauch-Gemüse

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Südtiroler Knödel oder Nocken sind immer ein herzhafter Genuss und mit Rote Beete und Lagrein – ein Käse aus der Gegend – einfach unwiderstehlich!

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Den Link zum Rezept – wie sie genau gemacht werden, die Rote Beete Knödel – findet Ihr bei den Rezepten.

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.Viel Spaß beim Nachkochen!
Eure Green Cookery Lounge – Grüne Kochkultur & Lebensart

Menü Herbst – Dinner 2014

Menü Green Cookery Lounge® Herbst – Dinner 2014

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Der Frühling ist zwar schön;
doch wenn der Herbst nicht wär‘, wär‘ zwar das Auge satt, der Magen aber leer.
(Friedrich Freiherr von Logau)

Aperitif & Amuse Gueule
Ratzenberger Bacharacher Wolfshöhle Riesling Spätlese 2010
&
Rote Zwiebel Marmelade auf gerösteten Brotscheiben
gratiniert mit Ziegenkäse

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Einstimmung
Steinpilz-Apfel Carpaccio mit Walnuss-Öl & gerösteten Walnüssen
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Zwischengang
Estragon-Weißwein Suppe mit Zimt-Croutons
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Hauptgang
Rote Beete Nocken mit leicht gebräunter Wilder Fenchel – Butter beträufelt und
gebettet auf geschmortem Rote Beete Lauch Gemüse

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Last but not Least
Frisch zubereitete Eiscreme aus selbstgepflückten Wilden Brombeeren
dekoriert mit feinem Italienischen Mandelgebäck

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Espresso mit kleinem Gebäck
Digestiv

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Green Cookery Lounge Herbst-Dinner 2014

Einladung zum diesjährigen Green Cookery Lounge Herbst-DinnerIMG_0640

Der Frühling ist zwar schön;
doch wenn der Herbst nicht wär‘, wär‘ zwar das Auge satt, der Magen aber leer  – Friedrich Freiherr von Logau

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Unsere Ideen reifen wie wir die erntereifen Herbst-Früchte zu einem rustikalen Menü für Euch veredeln können, um Eure Mägen wohlig zu füllen.
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Die Green Cookery Lounge® lädt daher am
3. Oktober 2014 um 19 Uhr
zum diesjährigen Herbst-Dinner ein.

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Mach WAS LECKERES AUS DER ‚LA MENG’

MIT LEICHTIGKEIT UND OHNE ANSTRENGUNG GENUSSVOLL DURCH DIE KÜCHENWOCHE

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SAMSUNG CSCEtwas Leckeres aus der ‚La meng’ machen – was genau bedeutet das eigentlich? Der Ausdruck aus der La meng kommt ursprünglich aus dem Französischen – de la main, ‚aus der Hand‘ – und heißt soviel wie ‚etwas mit Leichtigkeit und ohne Anstrengung zu tun‘. In dem Ausdruck schwingt jedoch auch eine gewisse Spontaneität mit, denn aus der ‚La meng’ lässt sich im Deutschen mit aus dem Stegreif übersetzen.

Wer aus vorhandenen Zutaten aus Vorratskammer und Kühlschrank und den Überbleibseln des Vortags spontan aus dem Stegreif etwas Leckeres zaubert, der kocht aus der ‚La meng’. Das lässt sich mühelos für einen Tag bewerkstelligen. Ich will Euch jedoch zeigen, wie man trotz eines knappen Zeitbudgets lecker, nachhaltig und gesund eine ganze Küchenwoche gestalten kann!
Damit das mit ‚Leichtigkeit und ohne Anstrengung‘ gelingt, ist ein wenig Planung jedoch unvermeidbar. Aus der La meng muss ja nicht zwangsläufig improvisiert sein, man kann auch gezielt und organisiert
‚aus der Hand’ kochen. Wir werden also – ganz aus dem Stegreif – eine Woche kulinarische Vielfalt vorplanen und systematisch Vorgekochtes und Übriges mit einbeziehen. Das nimmt zwar eine gewisse Spontaneität, macht aber das Kochen recht unbeschwert und stellt sicher, dass am Ende der Woche nichts übrig bleibt und verkommt.
Bewusstes ‚Vor-kochen‘ wird einfach als Strategie zum ökonomischen, effizienten Kochen aus der ‚La meng’ genutzt.

DER WOCHENMARKT – EINE QUELLE DER VIELFALT & LABSAL

Die Küchenwoche beginnt an einem Samstagmorgen auf dem lokalen Wochenmarkt. Wo wir uns von dem Aussehen und den Düften von frischem Obst, Gemüse, Kräutern und Blumen inspirieren lassen bei der Auswahl von saisonalen Köstlichkeiten aus der Region für die kommende Woche.

SAMSUNG CSCDie herzliche Atmosphäre auf so einem Markt, die Bereitschaft der Händler nicht nur zu empfehlen, sondern gleich auch noch hauseigene Rezepte mit dazu zuliefern, und nicht zuletzt die Vielfalt, die fast jede Saison zu bieten hat – all das trägt dazu bei, dass ein Gang über den Markt einen guten Start in den Tag und natürlich auch in unsere Küchenwoche bereitet.
Ist man dann zufrieden mit gefüllten Körben heimgekehrt kann die Verarbeitung der köstlichen Schätze, die man erworben hat beginnen. Ein wenig mehr Zeit ins Kochen zu investieren und von den frisch erworbenen Ingredienzien zu genießen – das Wochenende ist dazu perfekt geeignet!
Abschalten und Regenerieren in der Küche und damit nicht nur sich selbst, sondern die ganze Familie und vielleicht auch noch Freunde zu belohnen und ganz nebenbei eine kulinarische Grundlage für weitere leckere Gerichte der kommenden Woche zu schaffen – was könnte es schöneres geben?

DSC_0162DIE KÜCHENWOCHE KANN BEGINNEN

Es ist Spätsommer und die Vielfalt auf dem Wochenmarkt ist so überwältigend, dass es schwer fällt eine Auswahl zu treffen. In unserem Einkaufskorb befinden sich Auberginen, Kartoffeln, Lauch, Möhren, Tomaten, Zucchini, Rote-Zwiebeln, Knoblauch, Kräuter wie Basilikum, Petersilie, Schnittlauch etc. Äpfel, Zwetschgen oder Mirabellen, Beeren wie Blau- oder Brombeeren, eine Wassermelone und Zitronen, außerdem ein Salat, zum Beispiel Zuckerhut oder Endivien.

WOMIT FANGEN WIR AM SAMSTAG AN?

Zur Stärkung nach dem Markt machen wir als erstes ein paar Muffins mit den mitgebrachten Beeren, die sind flugs gebacken und schmecken lauwarm besonders gut. Falls Widererwarten Muffins übrig bleiben, einfach einfrieren für die folgende Küchenwoche als ‚spontane‘ Nachspeise.

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Freunde haben sich für den Abend zum Essen angekündigt und die sollen bekocht werden, es soll lecker sein, aber auch nicht zu zeitaufwendig. Als Einstieg gibt es daher Chili-scharfen gegrillten Feta auf süßer Wassermelone – eine ungewöhnliche, aber super erfrischende Gaumenfreude für vorneweg. Anschließend werden Auberginen, Zucchini, Tomaten und Kartoffeln serviert, die im Backofen ihr volles Aroma entfalten konnten. Der krönende Abschluss – Grießbrei mit Zwetschgen oder Mirabellen-Kompott.

Auch am Sonntag wird es kulinarisch etwas ausgefallener, denn es wird eine Rote Zwiebel Marmelade gemacht, die schmeckt auf geröstetem Brot mit Käse (z.B. Taleggio oder auch Ziegenkäse) kurz überbacken einfach göttlich. Das beste an der Marmelade, sie hält sich im Kühlschrank mindestens eine Woche und kann so auch zwischendurch mal genossen werden.SAMSUNG CSC

Es geht sehr erfrischend weiter, nämlich mit Pasta in einer luftig, leichten und ruckzuck gemachten Zucchini-Zitronen-Soße. Am besten schmecken dazu selbstgemachte Bandnudeln, also wer sich mal daran wagen möchte – das ist gar nicht so schwer und macht außerdem richtig Spaß. Aber natürlich gehen auch gekaufte … Zum süßen Finale werden Pfannkuchen mit Zimt-Zucker, Marmelade oder dem übrigen Zwetschgenmus vom Samstag gemacht. Apfelmus passt natürlich auch, das könnte man dann nochmal am Dienstag servieren (siehe unten). Es werden bei der Gelegenheit übrigens gleich ein paar Pfannkuchen mehr ausgebacken; in Streifen schneiden, einfrieren und dann unter der Woche als Suppeneinlage verwenden. Frankfurter Grüne Soße

Wir beginnen am Montag mit einer schnellen Tomaten-Suppe mit Croutons, die aus Weißbrotresten vom Wochenende gemacht werden. Als Hauptgericht gibt es Pellkartoffel mit einem Kräuter-Dip mit vielen frischen Kräutern.

Nicht vergessen: gleich etliche Kartoffeln mehr kochen! Die dann über die Woche verteilt zu Bröselschmarrn, Fingernudeln, Apfel-Maultaschen, Gratin, Tortilla und und und verarbeitet werden können. Wenn noch Beeren vom Wochenende übrig sind, werden die heute final einfach etwas eingezuckert und zusammen mit Buttermilch, Kefir, Joghurt oder was auch immer man zuhause hat und eventuell ein paar Minzblättchen als erfrischender und gesunder Nachtisch kredenzt.

VERSCHNAUFPAUSE ZUR WOCHENMITTE

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Am Dienstag geht zeitlich ‚nur‘ eine schnelle Kleinigkeit. Es gibt daher eine Lauch-Ziegenkäse Tortilla mit den bereits gekochten Kartoffeln und einem knackigen Salat, jetzt im Spätsommer bekommt man schon den Zuckerhut oder Endivien, beide schmecken leicht bitter und passen geschmacklich bestens zur Tortilla. Übrigens kann man neben dem Lauch natürlich auch noch anderes Gemüse in die Tortilla geben, was halt so da ist und einem schmeckt. Wer jetzt noch Lust auf etwas Süßes hat, dann wären da ja noch die Beeren-Muffins, die wir am Samstag eingefroren haben. Sobald sie aufgetaut sind, nur ein paar Minuten in den Backofen schieben und sie schmecken fast wie frisch gemacht.

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Das Mittwochs-Menü beginnt mit einer Pfannkuchen-Suppe, auf die dann ein Gericht aus den Pellkartoffeln, die ja vorgestern schon vorgekocht wurden, folgt. Wenn es ganz schnell und quasi ohne Aufwand gehen soll, dann macht man daraus einen Bröselschmarrn (siehe Bild). Fast noch besser, aber ein bisschen aufwändiger sind Fingernudeln.

IMG_1180Zu beiden Varianten passt Apfelmus sehr gut. Als deftige Beilage wäre z.B. gekochtes Sauerkraut ganz geschickt, weil das dann übermorgen nochmal in Form von Sauerkrautschnecken zum Einsatz kommt. Mein absoluter Favorit mit alten Pellkartoffeln sind übrigens Apfel-Maultaschen, zugegeben, da braucht man am Anfang ein bisschen Übung, aber der Boden der Maultaschen karamellisiert mit dem Zucker und Saft der Äpfel zu einer göttlichen Kruste (oder Rammeln, wie man in Bayern sagt) – versprochen, diese Mühe wird belohnt!!! Auf den Nachtisch kann man mit dem heutigen Menü verzichten, da es Haupt- und Nachtisch sozusagen in einem darstellt. Ganz nebenbei werden ein paar Lauchstangen gekocht für einen Lauchsalat, der in Ruhe bis morgen ziehen soll.

WEITERE KULINARISCHE HÖHEPUNKTE

Schon ist es Donnerstag und damit die Küchenwoche ja schon fast um, aber ein paar Highlights gibt es noch, die unbedingt auf den Tisch müssen. Als Vorspeise gibt es den ‚eingelegten‘ und marinierten Lauchsalat mit in dünnen Scheiben geschnittenem Weiß- oder Roggenbrot, das ruhig schon ein paar Tage alt sein kann. Die Brotscheiben werden einfach ein paar Minuten unter den heißen Grill gelegt und dann mit Oliven-Öl und etwas Salz bestreut. Toasten geht natürlich auch.
DSC_0160Danach servieren wir einen Apfel-, Zwetschgen-, Mirabellen- oder …. Auflauf, je nachdem welches Obst man noch zuhause hat. So ein Auflauf ist so schnell und unkompliziert gemacht, der geht immer! Tipp, einfach vorausschauend etwas mehr machen, denn er schmeckt auch kalt oder lauwarm am nächsten Tag noch. Wer den Auflauf übrigens lieber ‚deftig‘ mag – kein Problem –, zum Beispiel mit Lauch, Zucchini oder Möhren und Käse. Bei der deftigen Variante kann der Lauch-Salat direkt dazu gegessen werden.

Ja, und Ruckzuck ist auch schon Freitag, das Ende der Küchenwoche. Ziel ist es heute, den ‚Gemüsevorrat‘ soweit wie möglich aufzubrauchen, damit morgen wieder Frisches eingekauft werden kann. Dafür ist die variabelste Suppe der Welt, nämlich die ‚All Season Gemüse Suppe‘ genau das Richtige. All die Gemüsereste, die sich noch im Gemüsefach befinden, bekommen jetzt ihren kulinarischen Auftritt! Wem die Suppe, die man mit Kartoffeln, Bulgur, Nudeln etc. durchaus recht gehaltvoll machen kann, nicht ausreicht, der macht als zweiten Gang einfach und schnell besagte Sauerkraut-Schnecken. DSC_0099

Vielleicht ist gestern ja tatsächlich etwas von dem ‚obstigen‘ Auflauf übrig geblieben – der rundet dann das letzte Menü der Küchenwoche ab. 

So, ich glaube jetzt ist wirklich nichts mehr übrig von den Einkäufen von letztem Samstag und wir können uns dem nächsten kulinarischen Abenteuer, beginnend am Samstag zuwenden…. .

EINE KÜCHENWOCHE GEHT ABWECHSLUNGSREICH ZU ENDE

Mit all den Einkäufen vom Wochenmarkt wurde jetzt eine Woche lang aus der ‚La meng’ gekocht und gebacken und man konnte erleben, mit welcher Leichtigkeit sich so eine Küchenwoche kulinarisch gestalten lässt. Ich hoffe ich konnte Euch mit den Rezepten – die übrigens alle auf My Cookery Log® zu finden sind -, und mit ihren alltagstauglichen Kochanleitungen, die das Nachkochen wirklich zu einem Kinderspiel machen, anregen und motivieren es einfach mal selbst auszuprobieren. Um zu erleben, dass es gelingen kann abwechslungsreiches und leckeres ‚Selbstgekochtes‘ in einen vollgepackten Alltag zu integrieren!  .

 ALSO, WIE IMMER VIEL SPAß BEIM AUSPROBIEREN & NACHMACHEN!

green cookery lounge – Grüne Kochkultur & Lebensart

 

Der Artikel sowie die Bilder und Rezepte werden mit Genehmigung von Carmen Zirngibl ⊥  My Cookery Log ® publiziert.

 

Upcycling von Nahrungsmitteln statt Entsorgung – So wird Resteverwertung zum Hochgenuss

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Berühmt & berüchtigt „Resteessen“


DSC_0049Alle kennen es und keiner liebt es wirklich: Das berühmt-berüchtigte Resteessen. Dabei handelt es sich in der Regel um das wilde Herauskramen und anschließend kritische Prüfen von Essensresten aus den hintersten Ecken des Kühl- oder Vorratsschranks, die dann in exotischen Kombinationen aufgewärmt werden. Und was optisch unansehnlich geworden ist, oder einfach nicht zum dritten Mal nacheinander gegessen werden möchte – das landet dann im Müll.

Doch nicht nur gebrauchtes Plastik, Klamotten oder Papier lassen sich zu neuen Produkten veredeln, auch schrumpeliges oder überreifes Obst und Gemüse, Übriggebliebenes vom Vortag, Brotreste und alte Semmeln, gekochte Kartoffeln oder nicht mehr ganz so toll aussehende Käse-Reste lassen sich in feinste Köstlichkeiten verwandeln. Deren Geschmacksvielfalt ist nahezu unbegrenzt, weil ja auch immer andere Lebensmittel auf dem Obstteller oder im Kühlschrank verharren und darauf hoffen doch noch gegessen zu werden, um nicht im Müll zu landen.
Resteverwertung hat allerdings immer noch so einen muffigen und faden Beigeschmack, man wünscht sich halt stets etwas ganz Frisches auf dem Tisch – ein „richtiges Gericht“ eben und keine wirre Zusammensetzung verschiedenster Überbleibsel.
Und genau da setzt die Idee des Upcycling von Lebensmitteln an: Wie kann man verschiedenste Nahrungsmittel ohne viel Aufwand, dafür aber mit Kreativität und Fantasie nicht nur verwerten, sondern zu wirklich leckeren Sachen up-cyceln und so aus ALT oder ZUVIEL eben NEU, FRISCH und APPETITLICH machen?
Das Upcycling von Nahrungsmitteln lässt sich unter verschiedensten kulinarischen Blickwinkeln betrachten und angehen – stets mit dem Resultat, dass es fast jedem Lebensmittel die Perspektive gibt, nicht umsonst gewesen zu sein!

DSC_0014Oh nein, nicht schon wieder Bratkartoffel mit Spiegelei …
Comeback von Überbleibseln in Form von kulinarischen Leckerbissen

Aus ALT mach NEU – die perfekte Alternative zum Aufwärmen des gleichen Gerichts vom Vortag. Es müssen nicht immer die Röstkartoffeln sein, die alte Pellkartoffeln vor der Biotonne retten. Wie wäre es mit einem Kartoffel-Gratin, überbacken mit dem Käse, der schon längst weg gehört, und einem knackigen Grünen Salat dazu? Oder mit einer einfachen Tortilla, in der man dann auch noch Gemüsereste aller Art unterbringen kann. Auch nicht schlecht sind Fingernudeln oder Bröselschmarrn, ebenfalls aus Pellkartoffeln mindestens vom Vortag, dazu gibt’s dann noch Apfelmus aus Äpfeln, die jetzt wirklich unbedingt mal weg müssen.
Nur noch ein Rest Spaghetti da, die aber zu wenig sind, als dass sie satt machten, aber auch zu schade sind zum Wegwerfen? Sie kommen, indem man sie mit geschmortem, angebratenem, gedünstetem … Gemüse – wie Spinat, Möhren, Zucchini etc. – mit einem schnell angerührten Pfannkuchenteig zu herzhaften Küchlein ausbäckt, plötzlich in einem ganz anderen kulinarischen Licht daher. 2-DSC_0418Den Rest Pfannkuchenteig bäckt man dann zu Pfannkuchen, und entweder man genießt sie als süße Nachspeise oder am nächsten Tag – in Streifen geschnitten – als Suppe. Die Pfannkuchen-Streifen lassen sich übrigens problemlos einfrieren.
SAMSUNG CSCGekochte, nicht gegessene Spargelstangen sollten auf keinen Fall verworfen werden, weil sie als Spargelsalat erst am nächsten Tag so richtig gut durchgezogen sind und als erfrischende Beilage serviert werden können. Überhaupt lassen sich aus vielen gekochten Gemüsesorten (Lauch, Blumenkohl, Brokkoli, Möhren, Rote Beete etc.) mit einem einfachen Dressing aus Essig, Öl, Salz, Zucker und Wasser tolle Salate zaubern, die man locker zwei Tage im Kühlschrank aufbewahren kann.

Sind die Bananen schon etwas bräunlich und unansehnlich, dann lässt sich daraus mit Joghurt und Zitrone ein mehr als nur gesunder Shake zaubern. Sowieso lässt sich in den Smoothies nicht nur Süßes zu vitaminreichen Cocktails mixen, übriges Gemüse und Kräuter lassen sich darin genauso gut verarbeiten.

Ja es gibt sie wirklich – Rezepte, für die alte Lebensmittel sogar notwendig sind! Dazu gehört zum Beispiel altes Bauernbrot für eine kräftige Brotsuppe. Wohin mit altem Weißbrot, wenn man nicht gerade Spinatknödel oder Kasnocken machen will? Ganz einfach mit getrockneten Tomaten kross braten und Nudeln dazu – fertig ist eine köstliche Pasta, die den Sommer in Windeseile auf den Teller bringt!Spaghetti mit gerösteten Weißbrot-Bröseln & getrockneten Tomaten

Reste sind keine Last – ganz im Gegenteil – sie können hervorragend zur Veredelung von Gerichten dienen. Käse, die vielleicht schon sehr reif oder hart sind, kann man in allen erdenklichen Mischungen zum Überbacken nehmen und damit zum Beispiel profane Spätzle oder Nudeln, die so im Kühlschrank vor sich hin warten, in herrlich deftige Käsespätzle verwandeln. Käse-Spätzle

Reste können auch als letzte Rettung dienen, wenn man gar keine Idee hat, was man “auf die Schnelle“ auf den Teller bringen könnte. Irgendwelche Gemüsekleinigkeiten findet man doch immer – und mit Kartoffeln, Nudeln oder Bulgur hat man daraus im Handumdrehen eine gehaltvolle Gemüse-Suppe gemacht.
Suppen sind sowieso bestens geeignet, auch aus dem Wenigsten noch etwas Geschmackvolles herauszuholen.

Hilfe – wohin mit der Obst- & Gemüse-Schwemme?

Was mach ich bloß mit der Zucchiniflut, überreifen Früchten und Gemüse oder Fallobst aus dem eigenen Anbau? Was tun mit übrigen frischen Kräutern, damit man sich in Magerzeiten daran erfreuen kann? Ganz einfach: Up-cyceln in haltbare Köstlichkeiten!

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Man kennt das ja, entweder es herrscht trübe Verlassenheit im Vorrats- oder Kühlschrank, oder man weiß nicht wohin mit dem vielen Gemüse, Obst, Kräutern usw., sei es, weil einfach zuviel auf einmal da ist, gerade, wenn Zucchini, Äpfel und Co Hochsaison haben und man es einfach nicht schnell genug wegessen kann, bevor es verdirbt; Oder weil man wegfährt und deshalb nicht weiß wohin damit.

DSC_0069Eine prima Möglichkeit, übrigen Lebensmitteln einen „Sinn“ zugeben und sie vor dem Wegwerfen zu bewahren, ist sie einfach zu verschenken! Das geht ganz bequem über die Foodsharing-Plattform, wo Lebensmittel einfach ins Netz gestellt werden; oder beim Fair-Teilen wo übrige Lebensmittel in einem „Essens-Schrank“ (z.B. in der Stadtgarteninitiative Neuland in Köln) deponiert werden können. In beiden Fällen findet so Essen, das übrig ist, glückliche Abnehmer. Das macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch noch das soziale und kommunikative Miteinander.

Den Sommer konservieren mit Eingewecktem

Joahnnisbeer-Marmelade

Die Schätze der Natur wegzuwerfen muss nicht sein! Durch Upcycling kann man nicht nur veredeln, sondern sogar den Sommer konservieren und im Winter davon zehren.
Fallobst, überreifes oder schrumpeliges Obst aller Art ist genau das Richtige um ein leckeres Kompott zu machen und zu Grütze verarbeitete Beeren machen nicht nur die ganz kleinen Leckermäuler glücklich.
Schön reifes, auch überreifes Obst, sofern es noch nicht faulig ist, lässt sich in Handumdrehen zu feinen Marmeladen kochen, das dauert wirklich nur ein paar Minuten.DSC_0114
Ein bisschen aufwändiger ist es, Gelees zu machen, weil man dazu aus den Früchten erst Saft herstellen muss. Die Saftherstellung ist wiederum bestens geeignet, um Fallobst in großen Mengen Herr zu werden.
Während die Herstellung von Marmeladen und Chutneys und damit das Konservieren durch die Zugabe von Zucker in den letzten Jahren einen deutlichen Aufschwung genommen hat, muss das Haltbarmachen durch Einwecken erst wiederbelebt werden. Wie das aber ganz leicht geht und auch riesig Spaß macht, steht ausführlich in dem Artikel „Haltbarmachen durch Einwecken“.

Einwecken ist eine tolle Möglichkeit, Obst wie Äpfel, Zwetschgen, Kirschen usw., Gemüse, Sirupe, Sugos und und und zu konservieren. Man kann sich einen Vorrat für den Winter zulegen und damit den Sommer in Form von sommerlichem Obst kurzzeitig kulinarisch aufleben lassen.
1-DSC_0078Sirupe sind toll für spritzige Aperitifs oder auch als Mitbringsel, die garantiert immer gut ankommen.
Eingeweckte Sugos Tomaten-Sugo_eingeweckt aus reifen Tomaten hingegen eignen sich hervorragend für ein schnelles Mittagessen, nichts muss aufgetaut, sondern der Sugo nur noch schnell warm gemacht werden, eventuell nachwürzen und eine schöne Pasta dazu gekocht – fertig!

Kurzzeitig lassen sich auch Kräuter konservieren indem man sie einfach klein hackt und mit Oliven-Öl bedeckt gut verschließt. Ab damit in den Kühlschrank und dann die nächste Soße „frisch“ verfeinern. Genauso gut kann man aus allen möglichen übrigen Kräutern oder Gemüse Pestos DSC_0105herstellen, auch sie müssen nur mit Oliven-Öl bedeckt werden, um sich zuhalten.

Resteverwertung – dieser so abwertend klingende Begriff wird seiner Bedeutung nicht gerecht!
Es ist, wie so oft, eine Frage der Herangehensweise, ob wir ein Zuviel oder Überbleibsel von Lebensmitteln nur „verwerten“ oder ob wir sie mit Einfallsreichtum und Freude „veredeln“.

Wir möchten Euch daher ermuntern Euch auf die kulinarische Abenteuerreise zu begeben, die da heißt Lebensmittel Upcycling – eine spannendes Abenteuer mit garantiertem Ausgang – Genuss und Freude pur!.
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Herzlich Eure green cookery lounge – Grüne Kochkultur & Lebensart

 

Der Artikel sowie die Bilder und Rezepte werden mit Genehmigung von Carmen Zirngibl ⊥  My Cookery Log ® publiziert.